SUMKRA CAMPUS · MODELLLABOR 01
Was lässt sich wirklich berechnen?
Drei vereinfachte Modelle machen sichtbar, was die Begriffe Resonanz, Verschränkung und Dekohärenz physikalisch bedeuten – und was sich daraus ausdrücklich nicht ableiten lässt.
MODELL 01 · SPEKTRALER ÜBERLAPP
Resonanz braucht einen Kopplungsweg.
Zwei Systeme können dieselbe Übergangsfrequenz besitzen. Ohne Kopplung findet dennoch kein Energieaustausch statt.
Maximale Frequenzüberlappung – die Wechselwirkung bleibt dennoch von der gewählten Kopplung abhängig.
Gleichung und Annahmen anzeigen
L(Δf) = 1 / [1 + (2Δf / Γ)²]
K = g² · L
Lorentzförmige, normierte Spektrallinie. K ist ein didaktischer dimensionsloser Index, keine Energie, Übertragungsrate oder experimentell vorhergesagte Wahrscheinlichkeit. Bei g = 0 gilt stets K = 0 – auch exakt auf Resonanz.
MODELL 02 · OFFENES QUANTENSYSTEM
Wie Sichtbarkeit mit der Zeit abnimmt.
Ein einfaches Exponentialmodell zeigt, wie Umweltkopplung die messbare Kohärenz und damit eine mögliche Bell-Verletzung reduziert.
In diesem Idealmodell liegt S über der klassischen Grenze von 2.
Gleichung und Annahmen anzeigen
V(t) = V₀ · exp(−t/T₂)
Smax = 2√2 · V(t)
Das Modell nimmt exponentielle Dekohärenz, einen Werner-ähnlichen Zustand und ideale Messungen an. Reale T₂-Zeiten hängen stark vom konkreten Teilchen, Freiheitsgrad, Material und Versuchsaufbau ab. Das Modell setzt deshalb bewusst keine biologische T₂-Zeit ein.
MODELL 03 · NO-SIGNALLING
Korrelation ohne übertragbare Nachricht.
Die gemeinsame Statistik kann sich mit den Messwinkeln verändern. Die lokale Statistik bei B bleibt dennoch immer 50 : 50.
B kann aus seinen lokalen Ergebnissen nicht erkennen, welchen Winkel A gewählt hat. Erst ein späterer klassischer Vergleich legt die gemeinsame Korrelation offen.
Gleichung und Annahmen anzeigen
E(a,b) = −cos[2(a−b)]
Pgleich = (1 + E) / 2
P(B+) = 1/2
Idealisiertes Singulett-Modell für Polarisationsmessungen. Es zeigt die theoretischen Wahrscheinlichkeiten, nicht einzelne zufällige Messergebnisse und keine technische Übertragungsstrecke.
WAS DIE MODELLE NICHT BERECHNEN
Keine unbekannte „Energiesignatur“.
Ein wissenschaftliches Modell benötigt eine definierte Messgröße. Für eine weiterführende Untersuchung müsste „Energiesignatur“ daher durch etwas Messbares ersetzt werden – beispielsweise Spin, Übergangsfrequenz, Polarisation, Spektrallinie oder Kohärenzzeit.
Erst danach lassen sich Hypothese, Anfangszustand, Kopplungsmechanismus, Störgrößen und ein mögliches Widerlegungskriterium formulieren.